Sim to eSIM – diese Möglichkeiten gibt es

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3. Februar 2026

Der Abschied von der physischen SIM-Karte ist in vollem Gange. Während Apple in einigen Regionen bereits reine eSIM-Geräte verkauft und auch in Europa das „iPhone Air“ den Anfang macht, stehen viele Nutzer vor der Frage: Wie kriege ich meinen bestehenden Vertrag eigentlich auf den fest verbauten Chip in meinem Smartphone?

Der Begriff SIM to eSIM bezeichnet den technischen Migrationsprozess, bei dem ein Nutzer seinen bestehenden Mobilfunkanschluss von einem physischen Speichermedium auf einen fest im Endgerät integrierten Mikrochip überträgt. In der Praxis bedeutet dies für den Anwender, dass er sich von der klassischen Plastikkarte trennt und stattdessen ein digitales Profil nutzt. Der Chip im Smartphone übernimmt dabei die identische Funktion wie der bisherige Datenträger: Er identifiziert den Teilnehmer gegenüber dem Mobilfunknetz und stellt die Verbindung zum gebuchten Tarif her.

Dieser Umstieg bietet dem Nutzer signifikante Vorteile im Alltag. Er ist nicht mehr darauf angewiesen, bei einem Anbieterwechsel auf den Postversand einer neuen Karte zu warten, sondern kann den Prozess meist innerhalb weniger Minuten rein digital abschließen. Zudem gewinnt er an Flexibilität, da er durch den Verzicht auf den physischen Slot oft parallel einen zweiten Tarif nutzen kann, was besonders für Geschäftsreisende oder Pendler attraktiv ist. Auch der Sicherheitsaspekt spielt eine Rolle, da ein Dieb die eSIM nicht einfach aus dem Gerät entfernen kann, wodurch das Smartphone für den rechtmäßigen Besitzer länger über das Netzwerk ortbar bleibt. Letztlich handelt es sich bei „SIM to eSIM“ um den konsequenten Schritt des Mobilfunks in das rein digitale Zeitalter, in dem die Hardware-Bindung einer Software-Lösung weicht.

1. Die „On-Device“ Konvertierung (Der schnellste Weg)

Moderne Betriebssysteme wie iOS 26 und Android 16 haben den Prozess mittlerweile tief integriert. Wenn der eigene Mobilfunkanbieter diese Funktion unterstützt, ist kein manuelles Bestellen neuer Daten mehr nötig.

  • iPhone: Unter Einstellungen > Mobilfunk kannst du bei deiner aktiven SIM-Karte einfach auf „In eSIM umwandeln“ tippen. Das System führt dich durch den Prozess, deaktiviert die Plastikkarte und aktiviert das eSIM-Profil in Sekunden.
  • Samsung / Google Pixel: Im SIM-Manager findet sich oft die Option „Zu eSIM konvertieren“. Sobald du bestätigst, wird das Profil digitalisiert.

Auf diese Weise kann man eine (eventuell noch vorhandene) anonyme Simkarte zu einer anonyme eSIM umwandeln – viele andere Möglichkeiten in diesem Bereich gibt es leider nicht mehr.

Hinweis: Nicht jeder Anbieter erlaubt diesen direkten Weg. Erscheint die Option nicht, musst du den klassischen Weg über das Kundenportal gehen.

2. Der klassische QR-Code-Tausch

Dies ist nach wie vor die Standardmethode bei den meisten deutschen Providern wie Telekom, Vodafone oder O2.

  1. Ersatz-SIM bestellen: Du loggst dich in dein Kundenkonto oder die App deines Anbieters ein und wählst „SIM-Karte tauschen“ oder „Ersatz-SIM bestellen“.
  2. Format wählen: Hier wählst du explizit eSIM aus.
  3. Aktivierung: Meist erhältst du innerhalb weniger Minuten einen QR-Code in deinem digitalen Postfach. Diesen scannst du mit der Kamera deines Handys unter den Mobilfunk-Einstellungen (eSIM hinzufügen) ein.

Daneben kann man mittlerweile auch recht einfach und schnell eSIM neu bestellen. Anbieter von kostenlosen eSIM (wie O2 oder die Callya Freikarte von Vodafone) lassen sich ohne Vorkosten bestellen und im Falle von Vodafone sind die eSIM auch innerhalb von kurzer Zeit freigeschaltet und einsetzbar. Wenn es also auch ein neuer Tarif sein kann, ist dies eine gute Variante.

3. Der Gerät-zu-Gerät Transfer

Besonders beim Kauf eines neuen Smartphones ist dies der bequemste Weg. Seit 2025/2026 arbeiten Apple und Google enger zusammen, um den Transfer zu vereinfachen:

  • iOS zu iOS: Über die Schnellstart-Funktion wird die eSIM beim Einrichten des neuen iPhones einfach mit „rübergezogen“.
  • Android zu iOS (und umgekehrt): Mit den neuesten Systemversionen ist es nun möglich, eSIM-Profile direkt drahtlos zwischen verschiedenen Betriebssystemen zu übertragen, ohne den Provider erneut kontaktieren zu müssen – vorausgesetzt, das Netz unterstützt diesen Standard.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

FeaturePhysische SIMeSIM
AktivierungPostversand nötigSofort digital verfügbar
SicherheitKann physisch entwendet werdenFest verbaut, Diebstahlschutz
FlexibilitätSchneller Wechsel zwischen HandysProfile können digital gespeichert werden
AnonymitätIn DE fast unmöglichOft mit eKYC (Ident-Check) verknüpft

Für die meisten Nutzer überwiegt der Komfort. Die eSIM spart Platz (was Platz für größere Akkus schafft) und macht den lästigen SIM-Pin-Piekser überflüssig. Wer jedoch oft das Gerät wechselt und einen Provider hat, der jedes Mal einen neuen QR-Code per Post schickt, sollte (noch) bei der Plastikkarte bleiben.

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