Was sind Stapel bzw. Smart Stack bei der Apple Watch?

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19. Januar 2026

Seit der Einführung von watchOS 10 hat sich die Art und Weise, wie man mit der Apple Watch interagiert, grundlegend verändert. Das Herzstück dieser Entwicklung ist der Smart-Stapel (Smart Stack). Während man früher für jede Information ein spezialisiertes Zifferblatt mit vielen Komplikationen konfigurieren musste, bietet der Smart-Stapel nun einen dynamischen, kontextbezogenen Zugriff auf Daten, ohne das Design des Zifferblatts zu überladen.

1. Der Hintergrund: Warum hat Apple den Smart-Stapel eingeführt?

Vor der Einführung des Smart-Stapels stand man oft vor einem Dilemma: Man wollte ein ästhetisches, schlichtes Zifferblatt, benötigte aber gleichzeitig schnellen Zugriff auf Wetter, Termine oder Aktivitätsringe. Dies führte oft zu überladenen Anzeigen. Der Smart-Stapel löst dieses Problem durch eine neue Hierarchie der Benutzeroberfläche:

  • Trennung von Design und Information: Das Zifferblatt darf wieder dekorativ sein, während die Informationsebene direkt „darunter“ liegt.
  • Intelligente Relevanz: Durch maschinelles Lernen versucht die Uhr vorherzusagen, welche Information man in diesem Moment benötigt.
  • Konsistenz zum iPhone: Das Konzept spiegelt die Stapel-Widgets wider, die man bereits vom iPhone-Home-Bildschirm kennt.

2. Der praktische Nutzen im Alltag

Der größte Vorteil liegt in der Zeitersparnis und der verbesserten Übersicht. Man muss nicht mehr die App-Übersicht (Grid oder Liste) öffnen, um triviale Daten abzurufen.

Kontextbezogene Intelligenz

Der Stapel ist nicht statisch. Er sortiert sich basierend auf:

  • Tageszeit: Morgens stehen oft die Wettervorhersage und anstehende Termine oben.
  • Ort: Ist man am Flughafen, erscheint häufig die Wallet-App mit der Bordkarte.
  • Aktivität: Startet man einen Timer oder spielt Musik ab, rücken diese „Live-Aktivitäten“ sofort an die oberste Position.

Auch Siri Shortcuts lassen sich so nutzen.

Platzersparnis

Man kann nun Zifferblätter nutzen, die gar keine Komplikationen unterstützen (wie z. B. das „Photos“-Zifferblatt), und hat dennoch alle wichtigen Metriken durch eine kurze Handbewegung parat.

3. Bedienung und Steuerung

Die Bedienung wurde so intuitiv wie möglich gestaltet, erfordert aber ein kurzes Umgewöhnen bei langjährigen Apple-Watch-Nutzern. Die Einstellungen, die man bei Einrichtung von iPhone und Watch hinterlegt hat, funktionieren eventuell nicht mehr.

Den Stapel aufrufen

Man hat zwei Möglichkeiten, den Stapel von jedem Zifferblatt aus zu öffnen:

  1. Drehen der Digital Crown: Eine Drehung des Rädchens nach oben schiebt die Widgets ins Bild.
  2. Wischgeste: Ein einfaches Wischen mit dem Finger vom unteren Displayrand nach oben öffnet die Ansicht ebenfalls.

Interaktion mit Widgets

  • Ansehen: Durch Scrollen bewegt man sich durch die Karten.
  • Öffnen: Ein Tipp auf ein Widget öffnet die dazugehörige App an genau der Stelle, die das Widget repräsentiert.
  • Schnellaktionen: Manche Widgets bieten direkte Interaktionsmöglichkeiten, ohne dass die App im Vollbildmodus starten muss.

4. Personalisierung: Den Stapel nach Maß konfigurieren

Obwohl der Stapel „smart“ ist, lässt er sich manuell feinjustieren. Um in den Bearbeitungsmodus zu gelangen, hält man den Stapel an einer beliebigen Stelle gedrückt.

Widgets hinzufügen und entfernen

Über das Plus-Symbol (+) lässt sich aus einer Liste aller kompatiblen Apps ein neues Widget auswählen. Über das Minus-Symbol (-) entfernt man Karten, die man als störend empfindet.

Die Pin-Funktion (Anpinnen)

Dies ist die wichtigste Funktion für Nutzer, die Konsistenz lieben. Wenn man bei einem Widget auf das gelbe Stecknadel-Symbol tippt, wird dieses Widget ganz oben fixiert. Es wird dann nicht mehr durch den Algorithmus nach unten verschoben, egal welche Tageszeit gerade ist. So stellt man sicher, dass beispielsweise die Einkaufsliste oder die Herzfrequenz immer an erster Stelle erscheint.

Der Smart-Stapel macht die Apple Watch effizienter. Man nutzt die Uhr weniger als „Mini-Smartphone“, bei dem man in Apps abtaucht, sondern eher als proaktiven Assistenten. Man erhält genau die Information, die man braucht, genau dann, wenn man sie braucht – und kann danach sofort wieder zum Zifferblatt zurückkehren.

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