6G am Horizont: Wann kommen die ersten Super-Smartphones?

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2. Januar 2026

Während Deutschland gerade erst die volle Pracht von 5G-Advanced erlebt, blickt die Mobilfunkwelt bereits auf die nächste Dekade. Anfang 2026 verdichten sich die Hinweise: 6G ist keine ferne Science-Fiction mehr, sondern ein industrieller Fahrplan mit konkreten Meilensteinen.

Der Zeitplan: Wann vibriert das erste 6G-Handy in der Tasche?

Die Mobilfunkgenerationen folgen historisch einem Zehn-Jahres-Rhythmus. Nach dem Start von 5G im Jahr 2019 deutete lange Zeit alles auf das Jahr 2030 hin. Doch die Branche drückt aufs Gaspedal:

  • 2025 – 2027 (Die Pilotphase): Aktuell laufen weltweit die ersten großflächigen Testnetze. In Europa und Asien werden bereits Terahertz-Frequenzen und KI-optimierte Funkzellen unter Realbedingungen erprobt.
  • 2028 (Die Vorkommerzialisierung): Auf dem letzten Snapdragon Summit kündigte Qualcomm-Chef Cristiano Amon an, dass man bereits für 2028 mit „vorkommerziellen“ Geräten rechne. Das bedeutet: Erste Prototypen und exklusive Business-Hardware könnten bereits in zwei Jahren Realität werden.
  • 2029 / 2030 (Der Massenmarkt): Die 3GPP (das Gremium für globale Standards) plant die Finalisierung der ersten 6G-Spezifikationen im Rahmen von „Release 21“. Damit ist die Bühne frei für das iPhone 21 oder das Galaxy S30, die um das Jahr 2030 herum die erste echte 6G-Welle für Endverbraucher einläuten dürften.

Was macht 6G anders? (Spoiler: Es ist nicht nur schneller)

Wer glaubt, 6G sei nur ein „schnelleres 5G“, unterschätzt die technologische Tragweite. Hier sind die drei Säulen der 6G-Vision:

  1. Terahertz-Geschwindigkeiten: Wir sprechen von theoretischen Datenraten bis zu 1 Terabit pro Sekunde (Tbit/s). Das ist etwa 100-mal schneller als das heutige 5G. Ein kompletter 4K-Film lädt damit in Millisekunden.
  2. Latenz im Mikrosekunden-Bereich: 6G soll Verzögerungen auf unter 0,1 Millisekunden drücken. Das ermöglicht Anwendungen wie ferngesteuerte Telemedizin oder haptisches Internet (fühlen über Distanz) ohne spürbare Verzögerung.
  3. KI als Netz-Betriebssystem: Während KI bei 5G nachträglich „draufgesetzt“ wurde, ist 6G von Grund auf KI-nativ. Das Netz erkennt selbstständig Funklöcher, optimiert den Energieverbrauch der Smartphones und fungiert als Bindeglied für persönliche „KI-Agenten“.

Brauchen wir das überhaupt?

Die Industrie sieht 6G als das Rückgrat für das „Internet der Sinne“ und Holografische Kommunikation. Augmented-Reality-Brillen könnten durch 6G so leicht und schlank werden wie normale Sehhilfen, da die rechenintensive KI-Arbeit in Echtzeit in die Cloud ausgelagert wird.

Anfang 2026 ist die Botschaft klar: Wer heute ein Top-Smartphone kauft, ist mit 5G für die nächsten Jahre bestens gerüstet. Doch wer auf das Jahr 2028 blickt, sieht bereits die ersten 6G-Pioniere am Horizont. Der Wettlauf um die Lufthoheit im Terahertz-Bereich hat endgültig begonnen.

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