Samsung Galaxy AI: das kann die neue Intelligenz auf den Samsung Smartphones

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1. Januar 2026

Von der Echtzeit-Übersetzung beim Telefonieren bis zur magischen Bildbearbeitung: Samsung verspricht mit seiner „Galaxy AI“ nichts weniger als eine neue Ära des Smartphones. Doch was taugen die Funktionen im harten Alltagstest, welche Geräte ziehen mit, und bleibt das Ganze wirklich kostenlos? Ein umfassender Report für Verbraucher.

Es ist noch nicht lange her, da war Künstliche Intelligenz (KI) ein Thema für Science-Fiction-Filme oder komplexe Computercluster. Heute steckt sie in der Hosentasche – zumindest, wenn auf dem Gehäuse „Samsung Galaxy“ steht. Mit dem Start der Galaxy S24-Serie läutete der südkoreanische Gigant das Zeitalter des „AI Phone“ ein. Inzwischen ist die Technik bei der S25-Generation und den neuesten Foldables angekommen. Wir haben uns die Funktionen genau angesehen: Was ist echter Mehrwert und was ist nur digitales Blendwerk?

Das Versprechen: Ein Smartphone, das mitdenkt

Die Galaxy AI ist kein eigenständiges Programm, das man öffnet. Sie ist ein unsichtbarer Helfer, der tief in das Betriebssystem One UI eingewebt wurde. Samsung verfolgt hierbei einen hybriden Ansatz: Einige Berechnungen finden direkt auf dem leistungsstarken Prozessor des Handys statt (On-Device), für komplexere Aufgaben wird die Cloud von Partnern wie Google angezapft.

1. Kommunikation: Wenn das Handy zum Dolmetscher wird

Eine der beeindruckendsten Funktionen ist die Live-Übersetzung. Wer im Ausland einen Tisch im Restaurant reservieren möchte, aber die Landessprache nicht beherrscht, bekommt hier echte Schützenhilfe. Während des Telefonats übersetzt die KI das Gesprochene in Echtzeit.

  • Der Praxistest: Es gibt eine kurze Verzögerung von etwa ein bis zwei Sekunden. Die Übersetzung ist erstaunlich präzise, solange man deutlich spricht. Besonders charmant: Das Gegenüber benötigt kein Samsung-Handy; die KI arbeitet auf der eigenen Leitung und schickt die übersetzte Sprache direkt in den Anruf.

Ergänzt wird dies durch den Dolmetscher-Modus für persönliche Begegnungen. Im Split-Screen-Modus können zwei Personen ihre jeweilige Sprache sehen und hören – ideal für den Check-in im Hotel oder das Gespräch auf dem Markt.

Der Schreib-Assistent (Chat Assist) in der Samsung-Tastatur geht noch einen Schritt weiter. Er korrigiert nicht nur Rechtschreibung, sondern passt auf Wunsch den Tonfall an. Aus einem hastig hingeworfenen „Komme später“ macht die KI eine höfliche Business-Mail oder eine mit Emojis gespickte Nachricht für Freunde.

2. Produktivität: Zeit sparen mit Google und KI

Samsung nutzt seine enge Partnerschaft mit Google für die wohl intuitivste Funktion: Circle to Search. Wer auf Instagram ein Paar Schuhe sieht oder in einem Video eine Sehenswürdigkeit entdeckt, hält einfach die Home-Taste gedrückt und kreist das Objekt ein. Sofort erscheint die Google-Suche mit passenden Ergebnissen. Man muss die App nicht mehr wechseln – ein echter Komfortgewinn.

Für Studenten und Büroangestellte sind der Notizen- und Transkriptions-Assistent die heimlichen Stars:

  • Note Assist: Formatiert unordentliche Mitschriften automatisch, setzt Bulletpoints und erstellt Zusammenfassungen.
  • Transkription: Das Diktiergerät wandelt Meetings in Text um, erkennt bis zu zehn verschiedene Sprecher und erstellt am Ende ein kurzes Protokoll. In unseren Tests funktionierte das bei guter Tonqualität beeindruckend gut, bei starkem Hall oder Dialekt stieß die KI jedoch an Grenzen.

Übersicht: Samsung Galaxy AI Funktionen

KategorieFunktionBeschreibungHauptnutzen
KommunikationLive-ÜbersetzungEchtzeit-Sprachübersetzung während Telefonaten.Hürdenfreie Telefonate im Ausland.
DolmetscherGeteilter Bildschirm für übersetzte Face-to-Face-Gespräche.Verständigung auf Reisen ohne Internet.
Schreib-AssistentAnpassung von Tonalität und Grammatik-Check in der Tastatur.Perfekt formulierte Chats und E-Mails.
ProduktivitätCircle to SearchSuche durch einfaches Einkreisen von Bildschirminhalten.Schnellste Suche ohne App-Wechsel.
Notizen-AssistentAutomatisches Zusammenfassen und Formatieren von Notizen.Struktur in chaotischen Mitschriften.
Transkriptions-AssistentUmwandlung von Sprachaufnahmen in Text inkl. Sprechererkennung.Protokollerstellung in Sekunden.
Browsing-AssistentZusammenfassung langer Web-Artikel im Samsung Browser.Zeitersparnis beim Lesen von News.
KreativitätGenerative BearbeitungVerschieben/Löschen von Objekten mit KI-Hintergrundfüllung.Perfekte Fotos ohne Profi-Kenntnisse.
Instant Slow-MoNachträgliche Zeitlupe durch KI-Zwischenbildberechnung.Kinoreife Effekte für jedes Video.
Edit SuggestionKI-Vorschläge zur Entfernung von Schatten oder Reflexionen.Schnelle Optimierung per Fingertipp.
Skizze zu BildVerwandelt einfache Skizzen in realistische Objekte im Foto.Kreative Ergänzung von Bildinhalten.

Technische Rahmenbedingungen

  • Internetverbindung: Für generative Funktionen (Cloud-basiert) erforderlich.
  • Samsung Account: Für die meisten KI-Dienste zwingend notwendig.
  • Datenschutz: In den Einstellungen unter „Erweiterte Intelligenz“ lässt sich die Datenverarbeitung teilweise auf das Gerät beschränken (On-Device).

3. Kreativität: Photoshop für die Massen

Die Kamera war schon immer Samsungs Steckenpferd, doch mit der Generativen Bearbeitung (Photo Assist) erreicht sie ein neues Level. Ein störender Passant im Hintergrund? Einfach einkreisen und löschen. Die KI „erfindet“ den passenden Hintergrund dazu. Ein schiefes Foto? Beim Gerade rücken entstehen oft leere Ecken – die Galaxy AI füllt diese passgenau auf.

Neu hinzugekommen sind Funktionen wie Instant Slow-Mo, das normale Videos nachträglich in Zeitlupen verwandelt, indem es künstliche Zwischenbilder berechnet. Das Ergebnis wirkt flüssig und professionell, solange die Bewegungen nicht zu hektisch sind.

Die Kehrseite der Medaille: Datenschutz und Kontrolle

Wo viel Intelligenz ist, fließen viele Daten. Viele Nutzer fragen sich zu Recht: Was passiert mit meinen privaten Sprachaufnahmen oder Fotos?

Samsung bietet hierfür eine wichtige Sicherheitsoption in den Einstellungen unter „Erweiterte Intelligenz“. Man kann festlegen, dass Daten nur auf dem Gerät verarbeitet werden dürfen.

  • Der Haken: Wer die Cloud-Verarbeitung deaktiviert, muss auf die mächtigsten Funktionen (wie die generative Bildbearbeitung) verzichten, da das Handy allein nicht die nötige Rechenkraft für diese komplexen KI-Modelle besitzt.

Geschützt wird das Ganze durch Samsung Knox Vault, eine hardwarebasierte Sicherheitsumgebung, die sensible Daten wie Passwörter und biometrische Infos vom Rest des Systems abschirmt.

Verfügbarkeit: Wer darf mitspielen?

Nicht jeder Galaxy-Besitzer kommt in den Genuss der KI. Die Hardwareanforderungen sind hoch.

  • Flaggschiffe: Die komplette S25-, S24- und S23-Serie wird unterstützt.
  • Faltbare Handys: Galaxy Z Fold7/6/5 und Z Flip7/6/5.
  • Tablets: Die Galaxy Tab S10 und S9 Serien.

Besitzer älterer Modelle oder der günstigen A-Serie (wie das A55) gehen derzeit größtenteils leer aus oder erhalten nur eine abgespeckte Version (z.B. nur Circle to Search).

Die Kostenfalle: Wie lange bleibt es gratis?

Dies ist der Punkt, der für die meiste Verunsicherung sorgt. Samsung hat in Fußnoten erklärt, dass die Galaxy AI-Funktionen bis Ende 2025 kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Was danach passiert, ist Gegenstand vieler Spekulationen. Experten vermuten, dass Samsung ein Zwei-Klassen-Modell einführen könnte:

  1. Basis-Funktionen: (z.B. Circle to Search, Live-Übersetzung) bleiben dauerhaft kostenlos.
  2. Premium-Funktionen: (z.B. aufwendige Videobearbeitung oder fortgeschrittene Textgenerierung) könnten in ein Abo-Modell (ähnlich wie ChatGPT Plus oder Google One AI) wandern.

Aktuelle Statements von Samsung deuten jedoch darauf hin, dass man die Nutzer nicht verprellen möchte und zumindest die Kernfeatures, die beim Kauf beworben wurden, weiterhin gratis bleiben könnten.

Fazit: Lohnt sich der Umstieg?

Die Samsung Galaxy AI ist weit mehr als nur ein Marketing-Gag. Funktionen wie Circle to Search und die Live-Übersetzung sind im Alltag extrem nützlich und verändern die Art, wie wir mit Informationen und Menschen interagieren.

Verbraucher sollten zudem im Hinterkopf behalten, dass die KI-Entwicklung rasant voranschreitet. Was heute „magisch“ wirkt, könnte in einem Jahr bereits Standard sein – hoffentlich auch weiterhin ohne monatliche Grundgebühr.

Unsere Empfehlung: Wer ohnehin ein neues Smartphone sucht, bekommt mit der Galaxy AI ein mächtiges Werkzeug-Paket an die Hand. Ein alleiniger Grund für ein Upgrade von einem S23 auf ein S25 ist die KI jedoch für die meisten Nutzer nicht, da viele Funktionen per Software-Update auch auf das ältere Modell gekommen sind.

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